Frühlingsfest der Apotheker: Strukturen stärken und Kompetenzen bündeln

(Magdeburg, 05. Juni 2026). Die Herausforderungen für das Gesundheitswesen wachsen rasant. Der demografische Wandel führt dazu, dass immer mehr Menschen auf medizinische und pharmazeutische Betreuung angewiesen sind, während gleichzeitig Fachkräfte fehlen. „Besonders ältere Menschen, chronisch Erkrankte und Patientinnen und Patienten in ländlichen Regionen sind auf eine wohnortnahe Versorgung angewiesen. Darum müssen die vorhandenen Strukturen gestärkt und die Kompetenzen aller Gesundheitsberufe bestmöglich gebündelt werden.“

Darauf machte Dr. Jens-Andreas Münch, Präsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt, beim Frühlingsfest der Apotheker am 3. Juni 2026 aufmerksam. Die Veranstaltung, die gemeinsam von Landesapothekerverband und Apothekerkammer Sachsen-Anhalt organisiert wird, brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Krankenkassen, Ärzteschaft, Pharmaindustrie und Apotheken zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie kann die Arzneimittelversorgung auch in Zukunft zuverlässig gesichert werden?

„Die Apotheken vor Ort spielen eine zentrale Rolle in der Patientenversorgung. Wir sind oft die erste und am leichtesten erreichbare Anlaufstelle im Gesundheitswesen. Tag für Tag beraten wir zu Arzneimitteln, helfen bei Gesundheitsfragen, erkennen mögliche Risiken von Therapien und unterstützen Menschen dabei, ihre Medikamente sicher anzuwenden. Unsere Leistungen reichen längst weit über die reine Abgabe von Arzneimitteln hinaus“, betonte Präsident Münch einmal mehr. Und fügte zugleich an: „Die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken bleibt angespannt. Die Zahl der Apotheken sinkt seit Jahren kontinuierlich. Jeder verlorene Standort bedeutet für die betroffenen Menschen längere Wege, weniger persönliche Beratung und eine zusätzliche Belastung der verbleibenden Versorgungsstrukturen. Im ländlichen Raum sind die Folgen heute schon spürbar.“

Positiv bewertet wurde deshalb die geplante Erhöhung des Apothekenhonorars. Tino Sorge (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, betonte, „dass dies ein wichtiges Signal für die Apotheken sei. Zwar könne die Erhöhung die gestiegenen Kosten der vergangenen Jahre nicht vollständig ausgleichen, sie sei aber ein erster Schritt, um die Versorgung vor Ort zu stärken.“

Nach mehr als 13 Jahren ohne Anpassung der Vergütung stellt sie einen ersten Schritt dar, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Apotheken etwas zu stabilisieren. „Die längst überfällige Anhebung ist ein Zeichen, dass die Politik die Bedeutung der Apotheken für die Gesundheitsversorgung erkannt hat. Sie ist ein richtiger und wichtiger Schritt“, betonte Mathias Arnold.

Der Vorsitzende des Landesapothekerverbandes Sachsen-Anhalt fordert, dass das System Apotheke künftig noch stärker in die Gesundheitsversorgung eingebunden werden sollte. Arnold: „Dazu gehören Aufgaben in der Prävention, beim Medikationsmanagement, bei Impfangeboten sowie bei der Begleitung chronisch kranker Menschen. Wir in den Apotheken verfügen durch unseren engen und regelmäßigen Kontakt zu den Patienten über wertvolle Kenntnisse, die stärker für eine sichere und effiziente Versorgung genutzt werden können.“

Gleichzeitig betonte er, dass neue Aufgaben nur dann erfolgreich übernommen werden können, wenn die notwendigen personellen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden. „Eine hochwertige Versorgung braucht qualifizierte Fachkräfte, moderne Strukturen und verlässliche Rahmenbedingungen. Qualitätsstandards dürfen dabei aber nicht abgesenkt, sondern müssen weiterentwickelt werden.“

Mit Blick auf die kommenden Reformvorhaben herrscht vorsichtiger Optimismus. Die Apothekerschaft setzt weiterhin auf einen konstruktiven Dialog mit der Politik. Denn die Menschen sollen auch künftig auf eine sichere, qualitativ hochwertige und wohnortnahe Arzneimittelversorgung vertrauen können – in den Städten ebenso wie im ländlichen Raum.

Foto:
Mathias Arnold, Tino Sorge, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit und Dr. Jens-Andreas Münch (v.l.n.r.) beim Frühlingsfest (Quelle Foto: AKSA/Kühne)

Kontakt:
Katrin Pohl, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Apothekerkammer Sachsen-Anhalt und
Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt e.V. Tel.: 0391 - 8 111 222