(Colbitz, 16. Dezember 2025). Die Sicherung der wohnortnahen Arzneimittelversorgung im ländlichen Raum stand im Mittelpunkt eines Austauschs in der Colbitzer Apotheke. Anlass boten die aktuellen Referentenentwürfe zur Apothekenreform. Apothekeninhaberin Anne-Kathrin Haus begrüßte dazu am 11. Dezember 2025 die CDU-Bundestagsabgeordnete Anna Aeikens sowie Barlebens Ortsbürgermeister Christopher Schult.
Ziel des Gesprächs war es, ein besseres Verständnis für die vielfältigen und komplexen Aufgaben einer ländlich geprägten Apotheke zu vermitteln. „Hier liegt unsere Stärke: Wir beraten umfassend, übernehmen Verantwortung und empfehlen bei Bedarf auch den Gang zum Arzt“, betonte Anne-Kathrin Haus. Die Bundestagsabgeordnete zeigte sich beeindruckt von der Bandbreite der Aufgaben und hob hervor, dass sie persönlich bei gesundheitlichen Fragen zuerst den Rat einer Apotheke suche, bevor sie lange Wartezeiten in Arztpraxen in Kauf nehme.
Besonders deutlich wurde, welche Herausforderungen entstehen, wenn Apotheken im Umfeld schließen. „Die Arbeitsbelastung nimmt erheblich zu. Ich habe meine Apotheke mit großem finanziellem Aufwand umgebaut und erweitert, um entstandene Versorgungslücken aufzufangen“, erläuterte Haus. In der Verbandsgemeinde Elbe-Heide sei ihre Apotheke inzwischen die einzige verbliebene Anlaufstelle für die Arzneimittelversorgung.
Gleichzeitig geraten Apotheken wirtschaftlich zunehmend unter Druck. Seit über einem Jahrzehnt wurde das Fixhonorar nicht erhöht. Inflation und gestiegene Personalkosten könnten nicht mehr kompensiert werden. „Statt einer dringend notwendigen Stärkung droht eine weitere Schwächung des Systems Apotheke“, warnte die Apothekeninhaberin. Der Apothekenalltag sei geprägt von unvorhersehbaren Anforderungen – von akuten Notfällen bis hin zu komplexen Beratungsleistungen. „Als Arzneimittelexperten stehen wir nicht nur für die Versorgung, sondern auch für die sichere und richtige Anwendung von Medikamenten.“
Vor diesem Hintergrund forderte Anne Haus eine zügige Umsetzung der im Koalitionsvertrag angekündigten Maßnahmen. „Die Politik hat ein Sofortprogramm und eine Erhöhung des Fixhonorars auf 9,50 Euro zugesagt. Diese Schritte sind notwendig, um Apotheken insbesondere im ländlichen Raum wirtschaftlich zu erhalten.“
Die anwesenden Politiker betonten ihre Unterstützung für den Erhalt der wohnortnahen Apotheken. „Prävention muss eine stärkere Rolle im Gesundheitssystem spielen. Apotheken sind dabei wichtige und verlässliche Partner“, erklärte Bundestagsabgeordnete Anna Aeikens.
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Anne-Kathrin Haus mit Anna Aeikens und Christopher Schult (Quelle Foto: K. Pohl)
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