(Magdeburg, 29. Juli 2026). Einen Tag vor ihrem Wechsel ins Kanzleramt besuchte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze am 28. Juli 2026 den Gesundheitscampus im Magdeburger Altstadtquartier. Bei einem Rundgang und internem Fachgespräch informierten sich beide über das innovative Versorgungskonzept des Standorts. Sie tauschten sich mit den dort tätigen Gesundheitsberufen über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des Gesundheitswesens aus.
Der Gesundheitscampus vereint eigenständige, inhabergeführte medizinische Einrichtungen unter einem Dach – darunter Onkologie, Radiologie, Gastroenterologie, Urologie, eine Apotheke sowie ein eigenständiges Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ). Gerade diese Struktur mit kurzen Wegen und einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit ermöglicht eine schnelle und abgestimmte Patientenversorgung.
Durch das Fachgespräch führte Dr. Doreen Kessner, Inhaberin der Altstadt Apotheke. Sie stellte den Gästen die Versorgungsstruktur des Gesundheitscampus vor und verdeutlichte anhand eines Praxisbeispiels die Vorteile der engen Vernetzung vor Ort: „Wird bei einer Darmspiegelung ein Tumor entdeckt, erfolgt sofort die Aufklärung durch den Onkologen. Ergänzt durch eine Bildgebung wird das Ausmaß der Erkrankung innerhalb kürzester Zeit bestimmt und die Behandlung geplant. Wenn dabei auch eine ambulante Chemotherapie angezeigt ist, können wir diese in der Apotheke zeitnah herstellen und in die Praxis liefern. Diese kurzen Wege kommen unmittelbar den Patientinnen und Patienten zugute.“
Es folgte ein intensiver Austausch über die medizinische Versorgung sowie aktuelle gesundheitspolitische Themen. Die Atmosphäre beschrieb Dr. Kessner als offen, zugewandt und lösungsorientiert. Ein Thema des Gesprächs war auch die zukünftige Rolle der Apotheken in der Gesundheitsversorgung. „Die Ministerin hat deutlich gemacht, dass der Blick nicht nur auf Einschränkungen und Belastungen gerichtet werden sollte, sondern auch auf die neuen Möglichkeiten wie das Durchführen von pharmazeutischen Dienstleistungen, die sich für Apotheken eröffnen“, erklärte die Apothekerin im Anschluss. Gerade in Regionen mit einer geringeren ärztlichen Versorgung könnten Apotheken künftig auch stärker Aufgaben in der Primärversorgung übernehmen – etwa durch Impfangebote.
Aus ihrer täglichen Arbeit hob Dr. Kessner die Bedeutung der pharmazeutischen Dienstleistung zur Medikationsanalyse sowie zur Beratung bei der Abgabe onkologischer Arzneimittel hervor. Die Altstadt Apotheke ist auf die Versorgung onkologischer Patientinnen und Patienten spezialisiert. „Eine qualifizierte pharmazeutische Begleitung trägt wesentlich dazu bei, dass Patientinnen und Patienten ihre Therapie richtig durchführen können“. Wir ergänzen die ärztliche Verordnung um Hinweise zur richtigen Einnahme, zum Umgang mit Nebenwirkungen und können darüber hinaus unterstützende Maßnahmen wie Ernährung, Bewegung und Resilienzstrategien ansprechen. „Unser Ziel ist, durch eine gute Beratung zum Medikament die Wirksamkeit der Behandlung zu verbessern und somit beizutragen, die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen.“
Gleichzeitig erklärte sie der Ministerin, dass die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken sowie der zunehmende Fachkräftemangel weiterhin große Herausforderungen darstellen. Um die Gesundheitsversorgung langfristig zu sichern, müsse der Apothekerberuf ebenso wie andere Gesundheitsberufe attraktiver werden. „Nur mit ausreichend qualifiziertem Nachwuchs könne die Versorgung künftig gewährleistet werden.“
Zum Abschluss des Besuchs wurde deutlich, wie sehr sich die Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Apotheken in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat. Während neue Aufgaben der Apotheken anfangs teilweise mit Skepsis betrachtet wurden, wächst heute das Bewusstsein dafür, dass sich beide Berufsgruppen sinnvoll ergänzen. Dieses partnerschaftliche Miteinander und die enge Vernetzung der eigenständigen Einrichtungen sind wesentliche Erfolgsfaktoren des Gesundheitscampus im Magdeburger Altstadtquartier. Entstanden ist eine moderne, patientenorientierte Gesundheitsversorgung, die als Pilot für andere Standorte dienen kann.
Foto: Bärbel Otto, Nina Warken, Dr. Doreen Kessner, Karl Gerhold und Sven Schulze in der Altstadt Apotheke (v.l.n.r.)
Quelle: Katrin Pohl/AKSA
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