Apotheken sind Vorreiter bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen

Magdeburg, 15. Juni 2026. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen wird häufig mit dem E-Rezept oder der elektronischen Patientenakte verbunden. Tatsächlich zählen Apotheken jedoch seit Jahrzehnten zu den Vorreitern der digitalen Entwicklung. „Mit ersten Anfängen bereits in den 1970er Jahren werden seit Mitte der 1980er Jahre digitale Bestell-, Informations- und Verwaltungssysteme eingesetzt“, erklärte Dr. Jens-Andreas Münch, Präsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt. In den folgenden Jahrzehnten kamen dann digitale Rezeptabrechnung, Arzneimitteldatenbanken, Warenwirtschafts-, Rabattvertragsmanagement- und moderne Fälschungsschutzsysteme hinzu.

Mit dem E-Rezept wurde eine der letzten fehlenden Schnittstellen zwischen Arztpraxis und Apotheke digitalisiert. „Millionen von Verordnungen werden heute elektronisch übermittelt, was die Versorgung effizienter, sicherer und transparenter macht. Gleichzeitig tragen digitale Prozesse noch effektiver dazu bei, Fehler in der Arzneimittelversorgung zu vermeiden und Rezeptfälschungen zu verhindern“, so Dr. Münch.

Diese Entwicklungen standen im Mittelpunkt des 11. gesundheitspolitischen Forums am 11. Juni 2026 im Magdeburger Otto-von-Guericke-Zentrum. Dort diskutierten Vertreter aus Politik, Ärzteschaft, Apotheken und Krankenkassen über digitale Gesundheitsprojekte und deren Bedeutung für die Gesundheitsversorgung in Sachsen-Anhalt.

Für die Zukunft sieht Präsident Münch großes Potenzial in einer stärkeren digitalen Vernetzung der Heilberufe. „Verbesserte Kommunikationswege zwischen Arztpraxen und Apotheken, assistierte telemedizinische Angebote sowie digitale Medikationsmanagementsysteme können die Arzneimitteltherapiesicherheit weiter erhöhen und die Versorgung insbesondere älterer und mehrfach erkrankter Menschen verbessern.“ Apotheken als wohnortnahe Gesundheitsstandorte spielen künftig auch eine wichtige Rolle, etwa als Anlaufstellen für digitale Versorgungsangebote im ländlichen Raum.

Gleichzeitig verwies Dr. Münch auf Herausforderungen der Digitalisierung. „So profitieren auch ausländische Versandapotheken vom E-Rezept und konnten ihre Marktanteile im letzten Jahr verdoppeln. Die Vor-Ort-Apotheken verfügen zwar über dieselben technischen Möglichkeiten, unterliegen jedoch anderen rechtlichen Rahmenbedingungen und sind so einem destruktiven, ungleichen Wettbewerb ausgesetzt.“

Die Digitalisierung der Heilberufe sollte nicht als Wettbewerb, sondern als Chance für eine engere Zusammenarbeit verstanden werden. Die Erfahrungen der Apotheken können helfen, die Gesundheitsversorgung effizienter, sicherer und patientenorientierter zu gestalten. „Nur durch ein gemeinsames Vorgehen aller Heilberufe kann die Digitalisierung ihr volles Potenzial für die Versorgung der Patientinnen und Patienten entfalten“, warb Dr. Münch für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Heilberufe.

Mit freundlichen Grüßen
Katrin Pohl
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Apothekerkammer Sachsen-Anhalt
Tel.: 0391 - 8 111 222
Mobil: 0171 - 757 02 06
Email: info@katrin-pohl.de