MINT brachte die Idee: Schülerin begeistert sich für Pharmaziestudium

(Apothekerkammer S-A, 18. September 2018). Anna Maria Rother ist heute überglücklich über ihre getroffene Studienwahl. Sie studiert Pharmazie im dritten Semester in Frankfurt/Main und absolviert ihre Famulatur in der Sonnen-Apotheke in Magdeburg. „Ich wusste während meiner Schulzeit überhaupt nicht, was ich nach meinem Abitur machen sollte. Dann gab es in der 11. Klasse im Gymnasium eine Informationsveranstaltung zum MINT-Projekt. Kurzentschlossen habe ich mich dafür angemeldet. So konnte ich umfangreiche Orientierungsseminare an der Fachhochschule in Magdeburg belegen. Aber ehrlich gesagt, hatte mich keine der vorgestellten Naturwissenschaften überzeugt. Bis das Angebot kam, in einer Apotheke zu hospitieren. Da sprang dann sofort der Funke über und meine Berufswahl war getroffen“, erklärt die aufgeschlossene junge Frau.

„Damit zeigt sich, dass dieses Programm zur Studien- und Berufsorientierung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik (MINT) doch sehr gut funktioniert“, erklärt Dr. Lars-Alexander Mohrenweiser, Vizepräsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt. Und ergänzt: „Wahrscheinlich wäre Anna Maria nie auf die Idee gekommen, ein Pharmaziestudium aufzunehmen, wenn sie nicht vorher diese Chance der Hospitation über das Programm erhalten hätte.“

Das Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, junge Menschen in die Apotheke zu holen. Bei Anna Maria gab es vorher keinen Bezug zu dieser Fachrichtung. Weder im Freundes- noch im Bekanntenkreis finden sich Apotheker. „Wenn mich nicht das MINT-Projekt darauf gestoßen hätte, hätte ich wahrscheinlich Medizin studiert. Mit diesem Beruf kommt man viel eher in Berührung. In einer Apotheke stehe ich als junger Mensch ja nur, um kurz ein Arzneimittel abzuholen. Der interessante Komplex im Hintergrund bleibt einem verborgen. Dabei ist es in der Rezeptur und im Labor wirklich richtig spannend“, erklärt sie.

Mit einem Abitur von 1,0 konnte sie sich jede Studienrichtung auswählen. Ob Medizin oder Pharmazie, in beiden Berufen hat man einen engen Patientenkontakt. Doch ganz so eng wollte sie es lieber nicht haben, daher gefällt ihr die Pharmazie heute so gut. „Ich finde es so abwechslungsreich, was ich in der Apotheke alles machen kann und trotzdem einen intensiven Patientenkontakt habe. Die Arbeitstage verfliegen, weil es mir sehr viel Spaß macht. Und meine praktische Vorliebe für Chemie kann ich in der Rezeptur gut umsetzen. Das hilft für mein weiteres Studium, denn ich weiß, warum ich bestimmte Sachen lernen muss“.

Apothekeninhaber Mohrenweiser ist von der Bedeutung solcher Programme für die unterstützende Berufswahl junger Menschen überzeugt. „Wenn sie die umfangreichen Arbeitsabläufe in einer Apotheke von innen heraus kennen lernen und etwas für die Naturwissenschaften übrig haben, dann kann sich daraus eine Berufsperspektive ergeben. Ich kann daher nur an unsere Kollegen appellieren, jede Chance zu nutzen, junge Menschen in die Apotheke zu holen. Auch außerhalb des MINT-Programms. Das ist die beste Nachwuchswerbung.“

Interessierte Schülerin fürs Pharmaziestudium

Bild: Anna Maria Rother und Dr. Mohrenweiser im Gespräch über ein Rezept