Apotheker werben bei Pharmaziestudenten um künftige Mitarbeiter

(Apothekerkammer S-A, 22. Oktober 2018). Für Apothekeninhaber wird es Jahr für Jahr schwieriger, geeignete Mitarbeiter zu finden. Besonders angespannt ist die Lage bei den Apothekern. Da übersteigt die Nachfrage bei weitem das Angebot. Viele Apothekenleiter suchen händeringend Nachfolger und/oder Mitarbeiter. Sehr deutlich wurde das bestehende Ungleichgewicht bei der vierten Auflage der Praktikumsbörse. Der Einladung der Apothekerkammer Sachsen Anhalt nach Halle, an die Martin-Luther-Universität, folgten am Mittwochabend (17.10.18) mehr Apothekeninhaber als Pharmaziestudenten.

„Wir nutzen jede sich bietende Gelegenheit, um Mitarbeiter zu gewinnen. Bei der ersten Börse vor vier Jahren hatten wir Glück und konnten ein Studenten-Pärchen für unsere Apotheken gewinnen. Mittlerweile sind beide fest im Team integriert und fühlen sich sehr wohl bei uns“, berichtet Gudrun Nielebock von der Arnika-Apotheke in Wanzleben von ihren positiven Erfahrungen. Gemeinsam mit Tochter Kristin Nielebock war sie nach Halle gekommen. Ihre Erwartungen an den Abend wurden erfüllt. Es gab viele Gespräche und Kontakte, auf denen sich in Zukunft aufbauen lässt. „Ich habe die Apotheken von meiner Mutter übernommen und unsere Rats-Apotheke modernisiert. Wir bieten ein breites Spektrum von Leistungen in einem jungen Team. Obwohl wir 20 Kilometer von Magdeburg entfernt unsere Apotheken haben, bekamen wir aus den geführten Gesprächen viele positive Rückmeldungen. Darum hoffe ich, dass wir schon bald einen Studenten bei uns begrüßen können“, erklärt sie.

Student Alexander Mehl suchte auf der Praktikumsbörse Ansprechpartner aus dem Krankenhaus. So entwickelte sich zwischen ihm und dem Leiter der Krankenhausapotheke der Helios Klinik in Sangerhausen, Dr. Christian Augsten, ein lebhaftes Gespräch. Als ausgebildeter PTA und nun Student im 4. Studienjahr möchte Mehl einmal außerhalb der inhabergeführten Apotheke eine Herausforderung für seine Praktikumszeit angehen. Obwohl Sangerhausen etwa 40 Fahrminuten von Halle entfernt ist, erklärte Dr. Augsten, dass Praktikanten jederzeit bereits bestehende Fahrgemeinschaften von Halle aus mitnutzen können. Außerdem stellte er die große Bandbreite an Aufgaben vor, die ein Praktikant im Klinikalltag kennenlernen wird. Seine Krankenhausapotheke versorgt in der Region mehrere Kliniken mit insgesamt über 1.000 Betten. Es werden Rezepturen, Defekturen sowie Zytostatika hergestellt. Zudem könnten die Studenten u.a. bei den Stationsbegehungen und Visiten teilnehmen.

„Wir wissen, dass es im gesamten Kammergebiet einen Mangel an Fachkräften gibt. Darum organisierten wir auch in diesem Jahr die Praktikumsbörse, um dem studentischen Nachwuchs zu zeigen, dass es auch außerhalb der großen Städte interessante Arbeitsmöglichkeiten gibt. Momentan suchen viele Studenten hauptsächlich am Studienstandort einen Praktikumsplatz. Doch Sachsen-Anhalt ist eben nicht nur Halle, sondern hat zwischen Arendsee im Norden und Zeitz im Süden lebenswerte Regionen mit leistungsfähigen und ausbildungsbereiten Apotheken. Das möchten wir den Studenten vermitteln. Auch wenn wir mehr Zuspruch erwartet hätten, baue ich auf den Austausch der Studenten untereinander. Die Vorstellungsunterlagen der Apotheker bleiben ja an der Universität, so dass eine spätere Kontaktaufnahme noch möglich ist“, erklärt Dr. Lars-Alexander Mohrenweiser, Vizepräsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt, am Ende der Praktikumsbörse.

Pharmaziestudenten im Gespräch