Apotheker starten Dialog mit Bundestagskandidaten „Wahlradar Gesundheit“ hilft bei der Orientierung

(Apothekerkammer S-A, 11. August 2017). Der Erhalt der flächendeckenden Versorgung mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln hat für die 1.935 Apotheker und ihre Mitarbeiter im Land höchste Priorität. „Wir werden die Parteien, die voraussichtlich in Fraktionsstärke in den Bundestag einziehen, sehr genau unter die Lupe nehmen. Denn die Partei-Positionen zur Gesundheitspolitik sowie zur Arzneimittelversorgung sind sehr unterschiedlich“, erklärt Dr. Jens-Andreas Münch, Präsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt. Und ergänzt: „Wir empfangen in unseren Apotheken eindeutige Signale, dass unseren Patienten die wohnortnahe und persönliche Betreuung weiterhin sehr wichtig ist. Eine Videosprechstunde wünschen sich dagegen die wenigsten Patienten.“

Für Heilberufler und Patienten Transparenz hinsichtlich der künftigen Ausrichtung der Gesundheitspolitik zu schaffen, ist das Ziel einer durch die Apotheker initiierten interaktiven Meinungsplattform. Einige Parteien setzen laut Wahlkampfaussagen verstärkt auf ein Modell, welches ausländischen Kapitalgesellschaften den Vorzug gibt. Das schwächt die Apotheken vor Ort, zuerst die auf dem Land. Andere Parteien vertreten dagegen die Ansicht, dass auch künftig die wohnortnahe Arzneimittelversorgung von großer Bedeutung und einer Fernversorgung durch einen anonymen Versandhandel vorzuziehen ist.

„Leider wird das, was vorhanden ist und augenscheinlich gut funktioniert, als selbstverständlich hingenommen. Hat jedoch die Apotheke auf dem Land erst einmal ihre Türen verschlossen, dann ist es zu spät, um diese Entwicklung zurück zu drehen. Soweit darf es jedoch nicht kommen. Patienten brauchen in den meisten Fällen die Unterstützung des Apothekers, wenn es um die richtige Arzneimittelanwendung geht. Eine Arzneimittelversorgung, die sich an den Bedürfnissen der Patienten orientiert, lässt sich nicht durch einen anonymen Versandhandel absichern“, erklärt der Präsident der Apothekerkammer seine Motivation für einen eindringlichen Kandidatencheck.

Um belastbare politische Aussagen zur Zukunft der Apotheken zu bekommen, nutzen die Apotheker das Instrument „Wahlradar Gesundheit“. In den neun Bundestagswahlkreisen in Sachsen-Anhalt befragen ortsansässige Pharmazeuten die Direktkandidaten der sechs großen Parteien dazu, welche Herausforderungen sie im Gesundheitswesen bzw. in der Arzneimittelversorgung sehen und wie sie die Lage vor Ort verbessern wollen. Ziel der Initiative ist es, Diskussionen über die wichtigsten Gesundheitsthemen im jeweiligen Wahlkreis anzuregen und Transparenz bezüglich der Positionen der Kandidaten zu schaffen. Die Apotheker sind flächendeckend leicht erreichbare Ratgeber und Helfer in Gesundheitsfragen, und das immer ohne vorherige Terminvereinbarung. Daher soll in den kommenden Wochen die Rolle des Apothekers bei Präventionsthemen erfragt werden. Zudem möchten die Apotheker und ihre Mitarbeiter wissen, welche strukturelle Bedeutung der Apotheke auch als Arbeitgeber und Steuerzahler in der regionalen Planung der jeweiligen Partei zugedacht ist.

Die Webseite www.wahlradar-gesundheit.de bildet die Plattform für den persönlichen Dialog zwischen Apotheker und Bundestagskandidat über die Gesundheitsversorgung vor Ort. Die politischen Positionen werden auf dieser Webseite zeitnah und ungekürzt für alle interessierten Bürger in ganz Deutschland transparent gemacht und geben so einen Überblick, wie sich die Kandidaten die künftige Gesundheitspolitik vorstellen.